Sonntag, 14. Juni 2015

Versuch, einen Sauerteig anzusetzen, oder: Gerda, die neue Mitbewohnerin (hoffentlich)

Seit einer Woche hat mich das Forscher-Gen im Griff und ich habe bei mir ein biologisches Experiment am laufen.

Vor genau einer Woche, Sonntag abend, habe ich den ersten Versuch gestartet, einen eigenen Sauerteig anzusetzen. Ich habe jeden Abend eine Handvoll Mehl zugegeben, und die gleiche Menge Wasser. Allerdings habe ich nicht genau abgewogen, sondern alles rein nach Augenmaß. Als Mehl habe ich ein Roggenmehl 997 genommen, das schon etwas älter war. Ich denke das war mindestens eines der Probleme. Es hat alles ganz gut ausgesehen, wenn im Ansatz auch nicht viel passiert ist, bis gestern. Gestern mußte ich den neuen Mitbewohner entsorgen, denn es war ihm ein flaumiger Haaransatz gewachsen...

Aber so schnell lassen wir uns nicht unterkriegen, also habe ich gestern einen neuen Ansatz gestartet, mit einem frischen Roggenmel Typ 1150.

Ich werde hier beschreiben, wie das Experiment so verläuft und immer wieder aktualisieren.

13.6.: ST angesetzt mit 100g Roggenmehl und 125g lauwarmem Wasser (27 °C). Der Teig war relativ fest. Kleine Edelstahlschüssel genommen, in Erwartung, dass da erstmal eh nicht viel passiert.

14.6.: Heute früh hab ich "Gär-da" nach dem Aufstehen umgerührt und ihr einen Namen verpasst. Sie ist schon deutlich flüssiger geworden, und geht ab wie Schmidt's Katze! Von der Konsistenz her fühlt sich Gerda an wie Mousse au Chocolat. Sehr fluffig! Und sie schmeckt auch schon leicht sauer. Eine ganz andere Erfahrung als beim letzten Mal, da ging nix ab wie Schmidt's Katze.
Wohlwissend, dass das jetzt noch nicht die richtigen Mikroorganismen sind, die sich da tummeln, versuche ich meine Vorfreude im Zaum zu halten. Um 17 Uhr bekommt Gerda das nächste Futter. Und sie bekommt eine neue Wohnung, denn diese Schüssel reicht nicht mehr lange.

15.06.: Gerda ist in eine neue Wohnung umgezogen, eine große Plastikschüssel. Sie ist nochmal etwas saurer geworden. Man sieht wenig kleine Blasen und sie war leicht rosa ?! Habe Gerda mit 100g Wasser und aus Versehen mit 100g Weizenmehl Typ 550 gefüttert statt mit Roggenmehl. Hoffentlich ist das nicht ihr Ende.

16.06.: Heute hatte Gerda Fusel angesetzt. Sie riecht schon ziemlich sauer, der Geschmack ist hingegen nicht so intensiv, sondern angenehm sauer. Insgesamt sieht es ganz gut aus, scheinbar ist ihr das Weizenmehl bekommen. Es hat sie zumindest bis jetzt noch nicht umgebracht. Das Volumen hat sich aber noch nicht so besonders vergrößert. Heute habe ich sie wieder mit 100g Roggenmehl 1150 gefüttert, und 100g Wasser. Bin gespannt, wie es weitergeht!

17.06: Gerda geht auf! Offenbar haben sich jetzt die Hefen angesiedelt, es riecht auch leicht nach Alkohol. Ich freu mich! Gerda wieder mit 100g Roggenmehl 1150 und 100g Wasser gefüttert. Geschmack leicht säuerlich, so wie es sein soll.

18.06.: Jawoll! Die Hefen sind geblieben und nicht wieder verschwunden, Gerda sieht echt klasse aus!  Noch einmal füttern heute, wie gehabt, mit 100g Roggenmehl 1150 und 100g Wasser.

19.06.: Geschafft! Gerda ist perfekt geworden! Heute wird das erste Brot mit Gerda gebacken. Der Rest des Anstellguts kommt in saubere Schraubgläser in den Kühlschrank und darf dort auf den nächsten Einsatz warten.
Hurra, es hat geklappt!! 

Kommentare:

  1. Guten Abend liebe Barbara
    Das tönt sehr interessant. Bin gespannt wie es mit Gerda weiter geht. Wünsche dir auf jeden Fall gutes Gelingen und einen guten Start in die neue Woche.
    Liebe Grüsse
    Barbara
    (im Moment im Schwarzwald in den Ferien :-)))))))

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  2. Hey Barbara, Glückwunsch zu Deinem gelungenen Experiment!
    Bei uns war es, so um 1980, ein Mann und er hieß Hermann! Hermann wurde als Kuchen mit Zimt und Zucker gebacken und Frau verschenkte eine Tasse voll Hermann an einen lieben Menschen weiter! Ja, so ändern sich die Zeiten ;0)))
    Sei herzlich gegrüßt und hab Dank für Deine Mail bei den Hühnern...
    Die Eva

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  3. Hallo liebe Barbara
    Freue mich, dass Gerda es geschafft hat. Dann lass es dir mal schmecken.
    Liebe Grüsse
    Barbara

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