Samstag, 2. Juni 2012

Jeans kürzen, originalen Saum annähen

Die Jeans meines Mannes mußte gekürzt werden.
Eine Hose habe ich bisher noch nie gekürzt, also habe ich mich erst einmal ins Thema eingelesen...
Bei der Hobbyschneiderin habe ich eine Anleitung gefunden, wie man kürzt und dabei den Originalsaum erhält, so dass man nachher fast nichts mehr sieht.
Ich habe zwar noch nicht viel Ahnung vom Nähen, aber das will ich hinkriegen.
Noch eine zweite Anleitung gesucht, Jeansnadeln für die Nähmaschine gekauft und los geht's.
Die Hose muss 7 cm kürzer werden, also habe ich die neue Länge mit Schneiderkreide an beiden Hosenbeinen rundherum markiert.
Dann habe ich beide Hosenbeine an der Markierung entlang abgeschnitten. Eine richtige Stoffschere habe ich nicht, und so habe ich meine Kai Schere vom Basteln genommen, die ist problemlos durch den dicken Stoff gegangen. Das hat super funktioniert.





Danach habe ich die abgeschnittenen Saumteile hergenommen und jeweils einen halben cm über der Saumnaht wieder mit Schneiderkreide markiert und rundherum abgeschnitten.
Die Saumnaht muss man dann auftrennen.
Anschließend wird der Saum mit Stecknadeln an das Hosenbein gesteckt, so dass die beiden abgeschnittenen Enden aneinander liegen.
Jetzt die Jeansnadel in die Maschine befördern und den Faden einfädeln. Ich habe leider kein Jeansgarn im Kurzwaren Geschäft bekommen und so habe ich normales Garn in der passenden Farbe genommen. Die Dame im Geschäft hat mir versichert, dass das Garn sehr reißfest ist.
Es wird knapp neben der Originalnaht einmal rundherum genäht. Ich liebe meine Nähmaschine, sie hat an den dicken Stellen überhaupt keine Zicken gemacht. Die Stecknadeln kann man danach herausnehmen.
Auf geht's zum Bügeln! Die Nahtzugabe, die man eben erzeugt hat, wird in Richtung Hosenbeinende umgebügelt. An den Seitennähten geht das irre schwer! Danach den Saum selbst so umbügeln, dass er wieder seine originale Form bekommt. Die Hose sieht schon richtig gut aus!
Jetzt muss man nur noch von rechts um den Saum herumnähen. Dabei näht man genau in die Naht ein, die man vorher erzeugt hat. Dabei soll es den Saum hinten gleich mit annähen.
Ich finde, das war für einen Anfänger wie mich das Schwierigste.
Zum einen ist es schwierig, auch wenn man langsam näht, genau die Naht zu treffen. Ab und zu ist mir die Naht in Richtung Saum gerutscht, hat quasi einen Haken geschlagen. Auch wenn man es gleich korrigiert, ist es eben nicht sehr schön. Allerdings sieht man es kaum, wenn die Hose angezogen ist.
Zweitens waren jetzt die Stellen an den Seitennähten durchaus ein Problem. Der Saum hinten wurde an den Stellen nicht mit angenäht. Bei einer Naht hat dann auch die Maschine gestreikt, weil sich der Faden auf der Rückseite verheddert hat.
Da es eine Probehose war, eine Arbeitsjeans, ist es so ok. Für eine schöne Hose muss ich mir für die dicken Stellen etwas überlegen.
Insgesamt ist das aber wirklich eine super tolle Möglichkeit, eine Jeans zu kürzen. Weil der ursprüngliche Saum mit seinem Farbspiel erhalten bleibt.